Besuch bei der KU Eichstätt-Ingolstadt

Bildung

Am vergangenen Mittwoch, den 11. März konnte ich der Universität Eichstätt-Ingolstadt einen Besuch abstatten. Ich traf dort den Kommissarischen Präsidenten, Herrn Professor Dr. phil. Rudolf Fisch.

Die KU-Familien-Connection Für mich bringen Besuche der „KU“ Erinnerung an die Studienjahre eines meiner Söhne zurück, der unter dem Dach der Katholischen Universität Eichstätt an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Ingolstadt (WFI) vor einigen Jahren seinen Diplom Kaufmann machte. Deshalb hatte ich schon vor Jahren Exkurse in die weit zurückgehende Geschichte von Eichstätt und Ingolstadt gemacht. So war ich darauf vorbereitet, dass uns in der ehemaligen fürstbischöflichen Sommerresidenz, dem Zentral­verwaltungs­gebäude der KU, wo uns Professor Fisch empfing, die Jahrhunderte umgaben. Die Räumlichkeiten flößten Respekt und Bewunderung ein. Respekt und Hochachtung empfand ich auch gegenüber Professor Fisch, den die Leitung der Katholischen Kirche als Eigentümer der Katholischen Universität Eichstätt eigens aus der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer nach Eichstätt geholt hatte. Es ging um eine Interimslösung für die Besetzung des vakanten Stuhls des Präsidenten der Katholischen Universität Eichstätt. Die Konflikte zwischen der Katholischen Kirchenleitung und der Wissenschaftlichen Leitung der Universität sind über Monate durch die Medien gegangen. Prof. Fisch hat in bewundernswerter Kleinarbeit wieder Ruhe geschaffen und vor allem mit dafür gesorgt, dass der Universitätsbetrieb ungestört weiter gehen konnte. Gefreut hat mich besonders, dass bei diesem Gespräch auch Herr Professor Jörg Althammer teilnahm. Professor Althammer hat erst in jüngerer Zeit den Lehrstuhl für Wirtschafts-und Unternehmensethik wieder besetzt. Ich sehe darin ein wichtiges Symbol: Die Universität Eichstätt setzt damit einen wichtigen Kontrapunkt zu der alle Gesellschaftsbereiche zunehmenden Dominierung durch den „Shareholder Value“. Sie stellt sich damit gegen die Vernachlässigung der „Wertebasis“. Dies ist eine Entwicklung, die im Zuge von Globalisierung und Durchmarsch von Marktradikalen auch in Deutschland und Europa die menschenwürdigen Lebens- und Arbeitsverhältnissen zunehmend zu unterminieren droht. Dazu eine Randbemerkung: Ich frage mich immer mehr, ob diese verheerenden Amokläufe junger Menschen -wie erst gestern wieder in Winnenden- nicht auch damit zu tun haben, dass die Orientierung nur noch am materiellen Erfolg gemessen wird und die „Verlierer“ keinen Ausweg mehr sehen als in solchen grässlichen Taten. Professor Fisch betonte ausdrücklich, dass er Prof. Althammer trotz eines anderen dringenden Termins gebeten habe, uns zur Information zur Verfügung zu stehen. Ich sehe darin ein weiteres „Gütezeichen“ dieser altehrwürdigen Universität, dass sie sich nicht nur wissenschaftlich-theoretisch, sondern auch praktisch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Lehrenden und Studierenden einsetzt. Eindrücklich schilderte uns Professor Althammer seine tägliche Arbeit mit den praktischen Problemen des Zeitmanagements für Dozenten und Studierende mit Verpflichtungen zur Betreuung und Erziehung von Kindern. Eine Institution: Die Unikrippe Vor diesem Gespräch hatten wir die Gelegenheit die hervorragende Kinderkrippe der Universität für Kinder von Studierenden bis drei Jahre in Augenschein nehmen zu können. Uns hatte die Leiterin dieser Kinderkrippe in skandinavischem Stil mit 24 Krippenplätzen für Kinder von wenigen Monaten bis 3 Jahren erwartet. Voller Stolz zeigte sie uns die holzverkleideten hellen großen lichtdurchfluteten Räumlichkeiten mit dem angrenzenden Garten und Spielplatz. Auf meine Frage nach der Versorgung mit Babynahrung aus Gläsern reagierte sie empört. In der hellen ansprechenden Küche dieser Kinderkrippe werden die Mahlzeiten für die Kinder trotz begrenzter personeller und finanzieller Möglichkeiten- so weit wie möglich -frisch zubereitet. Ich erinnerte mich mit etwas „Scham“ an die die vielen Babygläschen für meine eigenen Kinder, mit denen wir sicherlich den Umsatz von Hipp kräftig gesteigert haben. Ich fragte mich natürlich nachträglich, ob wir damals bei der Ernährung nicht alles so optimal gemacht haben wie möglich. Aber dies ist jetzt nach 30 Jahren „vergossene Milch“. Um so mehr Bewunderung hege ich für das ernährungsmäßige Engagement dieser Kinderkrippe. Die von den Studierenden Eltern für die Betreuung zu zahlenden 170 Euro im Monat sind ein mehr als fairer Preis für die hervorragende Leistung. Bei dem Gespräch mit Herrn Professor Althammer konnten wir einige der Anliegen der Leiterin der Kinderkrippe einbringen. Zu Recht hatte sie die Vereinbarkeit von „Familie und Beruf“ auch in den neuen Bachelor-Studiengängen angemahnt. Die zeitliche Beanspruchung ist derartig ausgedehnt, dass kaum mehr Zeit für die eigene Betreuung und Erziehung der Kinder bleibt. Wir erörterten daher die Möglichkeit der Teilzeit auch im Studium, um es Eltern zu ermöglichen, überhaupt dabei zu bleiben. Ich regte an, ob hier nicht eine Kombination mit einem Fernstudium vorgenommen werden könne. Dies müsste allerdings in einen umfassenderen Netzwerk-Verbund der Lehre einbezogen werden. Hierzu gibt es bisher keine Initiativen. Fazit Im Verlaufe dieses konstruktiven Gespräches kamen wir überein, in folgenden Bereichen für die Universität Unterstützung zu organisieren:
  • Die Erhöhung der regelmäßigen Zuschüsse vom Land Bayern, wobei die Universität Eichstätt bisher auf Grund ihres privatrechtlichen Status benachteiligt ist, sowie
  • die Einbeziehung in das Konjunkturpaket II bei der dringend notwendigen „energetischen Sanierung“ der Baulichkeiten. Die Stadtratsfraktion der SPD Eichstätt wolle sich darum bemühen, die erforderliche räumliche Ausweitung zu unterstützen.
Nach diesem Besuch habe ich einige neue Ideen gewonnen: Bei meinen Bemühungen, den Wahlkreis 217 - Ingolstadt, Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen - zu einer Weiterbildungsregion zu entwickeln könnte die Universität Eichstätt ein wichtiger Partner sein.
 
 

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