Kämpfen mit Herz und Verstand- mein Leben

Allgemein

Meine Autobiographie „Kämpfen mit Herz und Verstand – Mein Leben“ kommt im August im Fackelträger Verlag heraus.

Wer fast vier Jahrzehnte als Gewerkschafterin für das „Soziale“ in der sozialen Marktwirtschaft streitet, kann viel erzählen und muss hart im nehmen sein. Als SPD-Parteichef Franz Müntefering, besorgt über den außer Kontrolle geratenen globalen „Kasino-Kapitalismus“, im April 2005 vor den „Heuschrecken“ warnte, gab FDP-Chef Guido Westerwelle wenige Tage später im Handelsblatt (28.04.05 Seite 4) seine Theorie zum Besten, wer die eigentliche Heuschreckenplage sei:

„Das Problem ist nicht eine angeblich anonyme Verschwörung des internationalen Großkapitals gegen das arme Deutschland. Das Problem sind vor allem die Gewerkschaftsfunktionäre. Frau Engelen-Kefer hat mehr Arbeitsplätze auf dem Gewissen als Herr Ackermann. Die Gewerkschaften sind das Unglück und die eigentliche Heuschreckenplage unseres Landes.“

Dass diese von der Partei der Besserverdienenden über viele Jahre verfolgte Strategie der medienwirksamen Dämonisierung führender Gewerkschafter Politiker wie Westerwelle eines Tages einholen kann, ist ein schwacher Trost. In einem Interview des „manager-magazin“ mit dem FDP-Parteichef im Juni 2009 lautete die erste Frage: „Herr Westerwelle, vor einigen Jahren haben sie mal gesagt: Die Gewerkschafts­funktionärin Ursula Engelen-Kefer habe Deutschland mehr Arbeitsplätze gekostet als Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Stehen Sie noch zu dieser Aussage.“

Solche Diffamierung meiner Lebensleistung als Gewerkschafterin im Einsatz für die sozialen Belange der Menschen seit den frühen 1970er Jahren spornt an, aufzuschreiben, woher ich komme und wofür ich mich all die Jahre eingesetzt habe. Warum ich sechs Jahre als Vizepräsidentin der Bundesanstalt für Arbeit (1984-90) und danach sechzehn Jahre als Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) -also mehr als zwei Jahrzehnte– im Fadenkreuz der sozialen Konflikte dieses Landes stand und dabei zur Zielscheibe der Angriffe von Politikern, Wirtschaftsbossen, Ökonomen und Medien wurde. Wie ich mich als Frau in einer von Männern dominierten Welt der Gewerkschaften behaupten musste. Schließlich, wie ich über einige Jahrzehnte versuchte, die Anforderungen als Mutter einer vierköpfigen Familie mit den immer größeren beruflichen Aufgaben in Einklang zu bringen. Warum ich mich trotz meiner damals 62 Jahre zu einer Kampfkandidatur für mein DGB-Amt durchringen musste und warum ich mich weiter in den sozial-und arbeitmarktpolitischern Auseinandersetzungen engagiere.

Mein Buch über vier Jahrzehnte Einsatz für die Gewerkschaften und die Sozialpolitik hätte zu keinem geeigneteren Zeitpunkt in Ihren Händen liegen können. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise führt uns mit aller Deutlichkeit vor Augen: Es handelt sich schon längst nicht mehr um einen Betriebsunfall des kapitalistischen Wirtschaftssystems, der durch einfache Reparaturen wieder behoben werden könnte. Es geht vielmehr darum, ob die Kräfte der Selbstzerstörung aufgehalten werden können und die grundsätzliche Umsteuerung zu seiner sozialstaatlichen Gestaltung gelingen kann. Nur auf sozialen Fundamenten kann die Demokratie ihren maßgeblichen Wertmaßstab – die Achtung vor der Würde des Menschen – verwirklichen.

 
 

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Glückwünsche

Liebe Uschi, ich freue mich auf das Erscheinen Deiner Autobiographie und bin auf die Lektüre gespannt. Ich darf Dir meine herzlichen Glückwunsche zu Deinem morgigen Geburtstag übermitteln. Dieter Horn

Autor: Dieter Horn, Datum: 19.06.2009, 11:36 Uhr


 

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