Politikkompetenz zwischen Weißwurstteller und Dorfspaziergang

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Ein Tisch mit Weißwurstbrotzeit für alle Besucher, daneben ein einfacher, betagter Kleinbus für die Wahlkampftour sowie eine umfassend kompetente Gesprächspartnerin. So stellte sich der Info-Stand der SPD-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Ingolstadt, Neuburg-Schrobenhausen und Eichstätt, Dr. Ursula Engelen-Kefer, vor der Metzgerei Pauleser in Böhmfeld dar.

Dr. Bernd Weber, Vorsitzender des SPD-Ortsverein Böhmfeld, und Bürgermeister Alfred Ostermeier freuten sich über den regen Zuspruch aus der Bevölkerung, und Josef und Michael Pauleser zeigten der interessierten Wirtschaftsexpertin ihren modernen Metzgereibetrieb. "Ideale Wohngegend mit reizvollem Umfeld und allem, was Qualität hat", schwärmte Engelen Kefer, die ihren ersten Wohnsitz in Gaimersheim im Obergeschoss der früheren Bäckerei Reiss hat. Bei einem Spaziergang durchs Dorf besuchte sie den Milchziegenbauern Konrad Zanker sowie den Kotterhof, wo sie zusammen mit Bernd Weber und Josef Sterzl die Ausstellungen "Boys & Girls" und "Na toll!" besichtigte und dabei die Aktivitäten des Arbeitskreises "Suchtprävention in Böhmfeld" sehr lobte.

"Die Glaubwürdigkeit der Politik wieder herstellen. Nur das in den Raum stellen, was tatsächlich durchsetzbar ist. Dafür kämpferisch sein, auch in der eigenen Partei!" Dies rückte die über Deutschland hinaus bekannte, vielseitig engagierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Politikerin Engelen-Kefer bei ihrem Aufenthalt in Böhmfeld in den Vordergrund.

Korrekturen im Bereich der Arbeitnehmerinteressen und der Rentenleistungsverbände, wozu Bundesminister Olav Scholz vernünftige Weichen gestellt habe, seien vordringliche Programmpunkte, betonte Engelen-Kefer. Besonders wichtig sei die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 7,50 Euro pro Stunde. Auch angesichts dessen, dass es allein in Ingolstadt zwischen 50 und 70 Leiharbeitsagenturen gebe und geringe Renten die Folge niedriger Löhne seien. Vehemente Blockierer des Mindestlohns, so die SPD-Kandidatin, seien vor allem die CSU und Horst Seehofer. Viele Kräfte seien zu mobilisieren für "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit", die Gleichstellung von Frauen bei der Entlohnung sowie für deren Unterstützung beim Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Familienzeit, sagte die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen. "Heulen und Zähneklappern bei den einfachen Leuten" werde eine Koalition von CDU/CSU hervorrufen, prophezeite die promovierte Volkswirtschaftlerin, denn die "populistischen Wahlversprechen von FDP und CDU/CSU für Steuersenkungen" zögen zwangsläufig Kürzung von Sozial-, Krankenversicherungs-, Bildungs-, Betreuungs-, Pflege- und Rentenleistungen sowie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer nach sich. Unverzichtbar sei wegen der desolaten Finanzsituation eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes um drei Prozent für Besserverdiener ab einem Jahreseinkommen für Verheiratete von 250.000 Euro, unterstrich die Kandidatin.

Bei ihren Vorhaben profitiere sie von ihren Kontakten und schöpfe aus ihrem reichhaltigen Fundus an Erfahrungen, die sie im Laufe von fast vier Jahrzehnten auf nationaler und internationaler Ebene gesammelt habe, machte Ursula Engelen-Kefer deutlich. Sie war freie Journalistin in New York, Wissenschaftlerin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Referatsleiterin für Internationale Sozialpolitik, Leiterin der Abteilung Arbeitsmarktpolitik, Vizepräsidentin der Bundesanstalt für Arbeit, stellvertretende Vorsitzende des DGB, alternierende Vorsitzende des Vorstands und später des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit sowie des Vorstandes des Deutschen Rentenversicherungsbundes.

Engelen-Kefers berufliche und ehrenamtliche Vita beinhaltetet auch Mitgliedschaft bei der Kammer für Soziale Ordnung der Evangelischen Kirche Deutschland, Vertretung der Gewerkschaften in der Synode der Evangelischen Kirche, Mitgliedschaft im Senat der Max-Planck-Gesellschaft und im Fernsehrat des ZDF sowie den kommissarischen Vorsitz des DGB Bundeskongresses. Sie vertrat den DGB im Verwaltungsrat der Internationalen Arbeitsorganisation, war Mitglied im Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Union, im Beratenden Ausschuss für den Europäischen Sozialfonds sowie im Exekutivausschuss des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften. Verschiedene Ehrungen auf nationaler und internationaler Ebene wurden Ursula Engelen-Kefer zuteil, insbesondere das Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Zurzeit ist Engelen-Kefer Dozentin an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Schwerin, Lehrbeauftragte an der Freien Universität Berlin, Leiterin des Arbeitskreises Sozialversicherung im Sozialverband Deutschland und Mitglied im Parteivorstand der SPD.

Foto: (c) Adamo

 
 

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Schöne Veranstaltung

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Autor: Hans Meier, Datum: 16.08.2009, 07:37 Uhr


 

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