Tagebuch zu den Bundestagswahlen vom 15. September

Allgemein

Mit dem Eichstätter Landrat Anton Knapp auf dem Lentinger Jurafest

Ein bewegtes und bewegendes Wochenende

Zwischen einer eindrucksvollen Eröffnung des Volksfestes in Lenting mit Festumzug, Bieranstich, Hendl und schwungvoller Kapelle am Donnerstagabend, Sommerfesten von SPD, Siedlerverband und Arbeiterbwohlfahrt mit Steak und Rollbraten fand am 12.September die Feier zu 90 Jahre DGB Ortskartell Konstein statt. Anwesend war die örtliche Prominenz von Gewerkschaften, SPD, Kommune und Kirche.

Festredner war – wie bei den vorherigen Jubiläen - Fritz Schösser, Regionsvorsitzender von Bayern. Mit seiner aufrüttelnden und mahnenden Rede zur Finanzkrise begeisterte er die Festgäste aus den verschiedenen Interessengruppen gleichermaßen.
Grußwort zum 90.Geburtstag des Ortskartells Wellheim-Konstein, 12. September 2009 Liebe Kolleginnen und Kollegen, gerne habe ich Eure Einladung angenommen, anlässlich der 90-Jahrfeier des DGB Ortskartells Wellheim-Konstein ein Grußwort zu übernehmen. Zuallererst möchte ich Euch die herzlichen Glückwünsche des Parteivorstandes der SPD und des Landesvorstandes Bayern überbringen. Ich sehe darin ein ermutigendes Zeichen für die enge Zusammenarbeit in der Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen. Dies ist heute leider keinesfalls selbstverständlich. Es wäre schön, wenn dies auf breiterer Basis Schule machen könnte. Auch wenn ein Geburtstag- zumal der 90.ste – ein freudiges Ereignis ist- dürfen auch die dunklen Kapitel der Geschichte nicht vergessen werden. Wir alle- auch diejenigen, die wie ich die „Gnade der späten Geburt“ für sich in Anspruch nehmen können- haben eine große Verantwortung gegenüber den nachwachsenden Generationen: Unsere Demokratie muß jeden Tag neu erkämpft werden. Dies ist ein Auftrag gerade auch aus der Geschichte der Gewerkschaften hier in Konstein an uns alle. Besonders stolz bin ich, heute hier an dieser Geburtsgsfeier des DGB Ortskartells Konstein teilnehmen zu können, da nicht weit von hier –nämlich in Fürth- die Symbolfigur des DGB nach dem Zweiten Weltkrieg Hans Böckler aufgewachsen ist. Für mich- im Sommer 1970 als junge Volkswirtin zum Deutschen Gewerkschaftsbund gekommen- war Hans Böckler immer Vorbild: mit seinem Kampf für die Rechte der Arbeitnehmer, mit seiner Geradlinigkeit und seinem politischen Augenmaß bei der Durchsetzung und Bewahrung von Arbeitnehmerinteressen . Er hat das harte Schicksal von Arbeiterfamilien zum Ende des 19. und zum Anfang des 20. Jahrhunderts erfahren, In der dunklen Zeit des Nationalsozialismus war Gewerkschaftsarbeit nur im Untergrund und unter Spießrutenlaufen möglich. Aus den verheerenden Folgen der Spaltung der Gewerkschaftsbewegung in der Zeit des Nationalsozialismus hat Böckler seine Lehren für die Neugründung des DGB nach dem Zweiten Weltkrieg gezogen. Vom Bundeskongreß des Deutschen Gewerkschaftsbundes 1949 in München zum Vorsitzenden gewählt, hat sich Hans Böckler konsequent für die Einheitsgewerkschaft eingesetzt. Dies erweist sich aus nationaler und internationaler Erfahrung immer mehr als hohes Gut, das es zu bewahren gilt. Dies betone ich auch in insbesondere als Kandidatin der SPD bei den anstehenden Bundestagswahlen. Hans Böckler hat uns allen ein großes Vermächtnis hinterlassen: Wir dürfen niemals im Kampf nachzulassen, die Interessen der Arbeitnehmer zu schützen und unseren Sozialstaat zukunftsfest zu machen. Gerade in der heutigen Zeit von Globalisierung und europäischer Integration mit dem sich überall verschärfendem Sozialabbau –noch verschärft in der weltweiten Finanz-, Wirtschafts- und Beschäftigungskrise bleibt dieses Vermächtnis aktueller als je zuvor. Als Gewerkschaften haben wir in den Nachkriegsjahrzehnten für die Arbeitnehmer und ihre Familien viel erreicht - das sprichwörtliche Deutsche Wirtschaftswunder Ende der 1950er und 196oer Jahre hat auch zu mehr Wohlstand in Arbeitnehmerfamilien geführt. Dies gilt ganz besonders für diese Region mit nach wie vor der niedrigsten Arbeitslosigkeit bayern- und bundesweit sowie einem hohen durchschnittlichen pro Kopf Einkommen. Aber auch dies ist uns nicht in den Schoß gelegt worden. Gewerkschaften und Arbeitnehmer mussten harte Kämpfe führen - für Lohnsteigerungen, Verkürzungen der Arbeitszeit und bessere Arbeitsbedingungen. Dies werden wir auch weiter tun müssen. Die Krise ist noch längst nicht überwunden- auch wenn politische und mediale Schönfärbereien den Eindruck zu erwecken versuchen. Nach den Bundestagswahlen am 27. September wird die Stunde der Wahrheit in verschiedener Form auf uns zukommen. Ich kann nur hoffen, dass dann die gute Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und SPD hier in Konstein weiter anhält und auch weitere politische Kreise ziehen kann. Es wir darauf ankommen,
  • an Stelle der schamlosen Gier an den Spitzen unserer Finanzbranche, aber auch einiger Wirtschaftskonzerne und ihnen nahestehenden Vertretern in Politik und Wissenschaft wieder zu den Werten einer solidarischen Gesellschaft zurückzufinden;
  • den sich ausweitenden Skandal unanständig hoher sowie unanständig niedriger Löhne wirksam zu bekämpfen;
  • und schließlich die Generationenbrücke zwischen Jung und alt zu verstärken und sowohl Erziehung, Bildung und Ausbildung einerseits sowie die solidarischen Sicherungssysteme zukunftsfest zu machen.
Meine Devise lautet: Nicht weniger, sondern mehr Sozialstaat wagen. Das möchte ich auch dem Ortskartell des DGB zum 90. Geburtstag mitgeben. ies ist auch für mich Auftrag von Hans Böckler und seinen Mitstreitern und Mitstreiterinnen in meinem Engagement für die SPD insgesamt und in dieser Region insbesondere. In diesem Sinne- noch einmal:Herzlichen Glückwunsch und eine gute gemeinsame Zukunft bis zum 100sten Geburtstag.
 
 

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